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Düsseldorf,
01.04.03
Pre-Erlkönig
ELW 10 oder der "Olympia-ELW"
Handmuster
für Baubeschreibung aufgetaucht
Im
Rahmen der Pressebegehungen zum Richtfest der neuen Leitstelle wurde
leider das Handmuster für den mobilen Einsatzleitungs-Zug der Fw Düsseldorf
enttarnt. Um unnötigen Gerüchten vorzubeugen wird daher das Handmuster
beschrieben.
1.
Konzeptbeschreibung
Mit
dem völligen Neukonzept soll Raum und Technik für eine abgesetzte
Einsatzleitung angeboten werden können. Diese Einsatzleitung nach der
FwDV 100 inkl. zusätzlicher Stabsfunktionen soll über mehrere Tage
autark funktionieren können. Außerdem soll es als taktisches Führungszentrum
für Großveranstaltungen (z.B. Olympia 2012) genutzt werden können.
Das
Fahrzeug soll in der Lage sein, die im Neubau befindliche Leitstelle bei
einem Ausfall komplett ersetzen zu können. Dazu werden zahlreiche neue
technische Wege beschritten, die nicht immer einfach waren, aber
sicherlich mit intensiven Folgearbeiten alle lösbar sein sollten. In
einigen Fällen ist noch aufwändige Entwicklungsarbeit zu leisten. Leider
steht für die geplante Technik noch nicht ausreichend ausgebildetes Führungs-
bzw. Stabshilfspersonal und Funker zur Verfügung. Es wird Aufgabe der nächsten
Jahre sein, hier für entsprechende Schulungsmaßnahmen und
Personalwerbung zu sorgen.
Da
das Fahrzeug aufgrund seiner Dimensionen sowohl jede ELW-Norm (DIN 14507
geht nur bis ELW 2) als auch jeden Stellplatz einer normalen Feuerwache
sprengt, wurde entschieden, es nach Fertigstellung an der Feuerwache 10 in
einer ehemaligen Industriehalle abzustellen. Es bietet sich an, die
Bezeichnung in Analogie zu ähnlichen Fahrzeugen dann nach der Wache und
hier auch nach der Größe (10 ADV-Arbeitsplätze) zu wählen.
2.
Technik
Von
Anfang an war klar, daß die Planungen nicht mit Serienfahrzeugen erfüllt
werden können. Eine völlige Neukonstruktion mußte erfolgen.
Als
Ideengeber muß hier insbesondere lobend der Chefkonstrukteur der Flesch
AG, Düsseldorf-Garath, genannt werden. Eine kleine aber feine
Kellerfirma, die für zahlreiche Sonderkonstruktionen, Umbauten und
Verfeinerungen an Sonderfahrzeugen seit langem in Fachkreisen bekannt ist.
Die
Beklebung in RAL 3026 (ähnlich leuchtrot) inkl. der Umrißkennzeichnung
ist an dem Modell nur ein Muster. Es wird noch von einer namhaften
Kunsthochschule an einem eigenen Designvorschlag gearbeitet. (Diskutiert
werden derzeit als Symbol für die Funkverbindungen reflektierende gelbe
Blitze vor stilisierten reflektierenden Antennenmasten mit integriertem
Corporate Design der Stadt Düsseldorf.)
Die
Sondersignalanlage bietet alles was derzeit auf dem Markt erhältlich ist.
Die Kombination von elektronischer und Kompressor-Warnanlage inkl. Möglichkeit
zur funkgesteuerten Ampelsteuerung (aus dem Bereich des ÖPNV) sollte
trotz dicht befahrener innerstädtischer Straßen in Verbindung mit der für
ein solches Fahrzeug relativ hoch bemessenen Motorleistung und der
Auflieger-Allrad-Lenkung für ein rasches Vorankommen sorgen. Dafür
sorgen nicht zuletzt die an allen relevanten Stellen verbauten blauen
Kennleuchten, die wechselnd in Drehspiegel- bzw. Blitzlichttechnik ausgeführt
sind.
2.1
Zugmaschine
Zugmaschine
MB Actros 3358 AF, mittellanges Führerhaus, Vollautomatik, alle Sperren,
Klimaanlage, 1000 l Dieseltank bietet die nötige Reichweite und
Fahrkomfort auch abseits befestigter Straßen.
Abb.
1: Zugmaschine (Foto: Bildstelle der Feuerwehr Düsseldorf mit
freundlicher Genehmigung der Flesch AG)
Beim
Ausfall der feuerwehreigenen Zugmaschine besteht die Absicht, aus den
Hafenbetrieben eine Behelfszugmaschine einzusetzen. Diese basiert auf
einem Unimog U 1300 und verfügt ebenfalls über Allradantrieb sowie zusätzlich
ein absenkbares Schienenfahrgestell. (Anmerkung: Derzeit wird überlegt,
den Auflieger auch auf Schienen fahrfähig zu machen. Damit wären auch über
die Strecken der DB AG eine schnelle Verlegung möglich. Außerdem könnte
man in längeren Eisenbahn-Tunnelanlagen auch eine Vorortführung
anbieten. Problematisch erscheint hier noch die Frage der
Frischluftversorgung. Hier muß noch zwischen einem automatisierten
Druckluftschlauchsystem, Regenerationsgeräten aus dem U-Bootbereich oder
"normalen" Pressluftflaschen entschieden werden.)
2.2
Auflieger
Als
Auflieger ist ein abgelasteter Schwerlast-Tieflader vorgesehen. Seine 5
Achsen sind alle zwangsgelenkt, zusätzlich manuell steuerbar
(Fernbedienung), luftgefedert und durch Einzelradaufhängung inkl.
hydraulischer Unterstützungszylinder zum Ausgleich von Bodenunebenheiten
bis 33,5 cm fähig.
Der
Rahmen des Aufliegers besteht aus verschweißten Rohren. Damit wird nicht
nur ein höherer Partnerschutz erreicht (vgl. neueste Dekrauntersuchungen),
sondern es werden darin auch parallel alle Verbrauchsleitungen (Wasser,
Strom, ADV, Kommunikation) geführt.
Am
gesamten Aufbau wurde eine integrierte Umfeldbeleuchtung in neuester
LED-Technik vorgesehen. Sie ist leistungsstark und nahezu blendfrei, außerdem
verbraucht sie so gut wie keinen Strom.
Beidseitig
unter dem durchgehenden Fahrzeugboden (doppelbödig auch für jederzeitige
Änderungen an der aufwendigen Verkabelung in Lichtwellenleiter-Technik)
befinden sich Staukästen für Kabel und Werkzeuge sowie mehrere
ausziehbare Treppen und Verbindungsstege.
Es
ist eine leistungsfähige Klimaanlage integriert.
Das
gesamte Dach ist begehbar. In die begehbaren Flächen wurde eine Wärmetauscheranlage
zur umweltfreundlichen Erwärmung von Brauchwasser eingebaut. Das Dach
bietet Servicezugänge zu den abklappbaren oder einfahrbaren Dachantennen
-
mehrere
Funkverkehrskreise BOS (70 cm, 2 m, 4 m, 8 m)
-
Windmesser
-
Richtstrahler
-
GPS
(zur Fahrzeugsteuerung bei Leitstellenausfall).
sowie
zum Antennenwald auf dem hydraulischen Haupt-Antennenmast.
Der
gesamte Aufbau ist an die integrierte Löschanlage angeschlossen. Unter
dem Dach ist ein durchgehender, im Winter beheizbarer, Brauchwassertank
mit ca. 5 qbm Inhalt vorgesehen. Damit ist nicht nur ein längerer
autarker Einsatz möglich, über unter dem Aufbau liegende A-Saugstutzen
kann das Wasser auch für Löschzwecke entnommen werden.
Abb.
2: Auflieger
Nachfolgend
wird der Aufbau von vorn nach hinten beschrieben:
Ferngesteuerter
schallgedämmter Stromerzeuger 75 kVA mit eigenem 100 kW Diesel-Motor mit
zusätzlichen 32 A-Dosen zur externen Einspeisung unter Plane gelagert.
Ebenfalls dort befindet sich ein weiterer 1000 l Kraftstofftank. Eine Überleitung
in den Tank der Zugmaschine - und umgekehrt - ist über eingebaute Pumpen
möglich. Ebenfalls dort befindet sich eine elektrisch betriebene FP 24/8
inkl. 50 bar Hochdruckteil. Die Löschwasserleitungen verlaufen im
Aufleger-Rohrrahmen. Damit können nicht nur alle
Brauchwasserverbrauchsstellen im Auflieger versorgt und der eingebaute
Brauchwassertank wieder befüllt werden, sondern es ist in Verbindung mit
den Bodensprühdüsen am Auflieger ein Eigenschutz z.B. bei
durchbrechenden Flächenbränden möglich.
Über
die automatischen Rollplanen des Verdecks wird ausreichend Zuluft
(Verbrennungsmotor und Kühlung) zugeführt.
Diese
Beladung ist bewußt auf dem Drehschemel der Aufliegerplatte zur Erhöhung
der Achsbelastung/Traktion an der Hinterachse des Zugfahrzeugs vorgesehen.
Abb.
3: Stromerzeuger und FP 24/8 inkl. Tank
Im
vorderen Geräteraum G 1 und G 2 befinden sich mehrere
Schnellangriffskabeltrommeln zum Anschluß von
-
Lichtstativen
-
externe
Antennen
-
Telefonnetzverbindungen
-
Feldkabelbau
-
CO2-Löschanlage
(Behälter und Steuerung) (angeschlossen an Löschdüsen in Aufbau und
Stromerzeuger)
-
Löschwassereinspeisung
nach VdS-Richtlinie, falls in einem Brandfall die eingebaute Löschanlage
ausfallen sollte.
In
den Gerätenräumen G 1 und G 2 wird je eine 90 m
HD-Schnellangriffseinrichtungen DN 17, hydraulisch aufwickelbar,
installiert. Damit ist nicht nur die Stiefelreinigung etc. vor dem
Betreten des Reintraktes (ADV-Bereich) möglich, sondern auch der Betrieb
der Bodensprühdüsen inkl. einer aggressiven Vorne-Verteidigung in
vorgeschobener Stellung.
Am
Geräteraum ist ein elektronisch gesteuerter Lichtmast angeflanscht.
Am
Aufbau ist ein 20 m Antennenmast vorgesehen. Er ist hydraulisch ausfahrbar
und elektronisch gesteuert voll dreh- und richtbar. Dort befinden sich die
Richtfunkantennen und Aufbaumöglichkeiten für die unter dem Aufbau
mitgeführte Satellitenschüssel zur Medieneinspeisung. Entsprechende
nachrichtentechnische Meßgeräte werden mitgeführt.
Es
schließt sich der eigentliche ELW-Aufbau an. Alle Fensterflächen wurden
im Zuge der stadtinternen Initiative zur Schaffung freundlicher Arbeitsplätze
zur Begrünung vorgesehen. Die Pflanzen werden über die ohnehin
vorhandene Steigleitung automatisch aus dem Brauchwassertank vom Dach aus
bewässert.
Bereich
1 -Aufenthalts-/Sanitärbereich: 2 WC (Damen/Herren), 2 Duschen
(Damen/Herren), Klappliegen (Damen und Herren)
Bereich
2 -Funkbereich: 10 vollwertige, aber verkleinerte ADV-Tische mit
Verbindung zum Einsatzleitrechner mit je 3 Flachbildschirmen und 2
Arbeitsplatzrechnern angesteuert über einen unter dem Rahmen liegenden
Intranet-Server.
Bereich
3 - Führungsbereich: 10 Ledersessel, elektronische Lageführungs- und
Darstellungsmittel ähnlich einem Divisionsgefechtsstand. Je Sitzplatz ein
Laptop für voll elektronische Lageführung. Zur Versorgung wird ein
leistungsfähiger Kühlschrank und eine vollautomatische Kaffeemaschine
eingebaut.
3.
Führungsverband
Zum
überörtlichen Einsatz ist die Bildung eines Führungsverbandes
vorgesehen. Mit diesem werden notwendige Mannschaften und ergänzende Geräte
mitgeführt. Dieser Führungsverband befindet sich derzeit noch im
Planungszustand und soll künftig bestehen aus:
-
1
voll geländegängiges Führungsfahrzeug mit hoher Fahrstabilität (z.B.
Hummer Stabswagen). Übergangsweise ist die Nutzung eines VW-Kübelwagen
vorgesehen.
-
1
Kabelleger gl, geländegängiger Unimog oder Ural mit Grabenbaumaschine
und vollautomatischem Kabelleger
-
1
Allrad M-Bus (mind. 30 Plätze), übergangsweise kann der G-KTW genutzt
werden.
-
1
Werkstattfahrzeug Fahrzeuge/Geräte zur Wartung der aufwendigen
Fahrzeugtechnik des Verbandes.
-
1
Werkstattfahrzeug Nachrichtentechnik/Software zur Wartung der aufwendigen
ADV des Verbandes.
-
1
Versorgungsfahrzeug mit Schnelleinsatzzelt für 50 Mann und Küchenanhänger.
-
4
Meldekräder und 2 Melde-Quads
4.
Ausblick
Stillstand
ist Rückschritt - und mit Ledereimern macht heute auch keiner mehr Feuer
aus... - oder? Grenzen werden gesprengt, Normen überschritten und
Techniken ausgereizt.
Es
bleibt zu hoffen, daß die potenziellen Nutzer auch wissen was sie (damit)
können.
Zum
Ausbau des Konzeptes - insbesondere für den abgesetzten Einsatz in
anderen Gebieten - werden noch Führungs- und Hilfswillige gesucht. Melden
Sie sich bitte bei der Rekrutierungsstelle für Fremdeinsätze im
Bundeskatastrophenschutzaufsichtsamt. Geben Sie bitte das Aktenzeichen
F.LESCH1:87 an.
Cimolino
Verteiler:
-
Engels,
ÖA 37
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Feuermelder
Düsseldorf
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Feuerwehrmann
NRW
-
Überregional
(Bei
Bedarf/Interesse können andere Fotos gestellt werden.)
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